BULDOC Berlin 2017 – Tage des bulgarischen Dokumentarkinos

BULDOC Berlin 2017 – Tage des bulgarischen Dokumentarkinos

BERLIN 16.-19 November 2017,
Kino Moviemento & eta Verlag

Unsere Bücher werden während des Festivals im Kino erhältlich sein.

Vom 16. bis 19. November finden zum sechsten Mal im Kino Moviemento die Tage des Bulgarischen Dokumentarkinos Berlin statt – mit einem spannungsreichen Programm an preisgekrönten Produktionen der letzten zwei Jahren. Das Festival konzentriert sich auf das traditionsreiche und starke bulgarische Dokumentarkino, zeigt aber auch eine Selektion genreübergreifender Kurzfilme. Bereits beim Auftakt am 16. November bringt der Oscar-nominierte Kurzfilm Blind Vaysha von Theodore Ushev ein Hauch vom roten Teppich mit. Ein weiterer Highlight ist The Good Postman von Tonislav Hristov, welcher das aktuelle Thema über Flucht und Akzeptanz aufgreift und für die Europäischen Filmawards im Rennen ist.

Das Festival zeigt auch die Geschichte des bislang hier unbekannten Genres des bulgarischen Comics mit dem Film DAGA – Stories in pictures. Die turbulente politische Situation in Bulgarien nach dem Prager Frühling 1968 wird auf eine besonders nahen, persönlichen und verdichteten Weise im Film von Albena Todorova Distancia verarbeitet . Den Schluss des Festivals bildet der “Doku-Musical” über einen schillernden Seemann Good Morning, Captain von Jacky Stoev.


Blind Vaysha

(deutsch: Vaysha, die Blinde) 8 Min, 2016, Regie: Theodore Ushev, Produktion: Marc Bertrand

Die Geschichte einer Frau, die Vergangenheit und Zukunft, aber nie die Gegenwart sieht. Von Geburt an ist Vaysha ein besonderes Mädchen. Mit dem linken Auge kann sie nur die Vergangenheit sehen, mit dem rechten nur die Zukunft. Die Vergangenheit ist vertraut und sicher, die Zukunft düster und bedrohlich. Die Gegenwart ist ein blinder Fleck. Als Meister seines Genres illustriert Animationskünstler Theodore Ushev in graphisch starken und parabelhaften Bilder, die Welt durch Vayshas Augen.


The Eye of the Minotaur

(deutsch: Das Auge des Minotaurus) , 45 Min, 2017, Regie: Borislav Kolev, Produktion: Maria Landova & Borislav Kolev

Dennis ist 18 und wie jeder junge Mensch will er wachsen, Liebe, Familie, beruflichen Erfolg haben… Er ist wie jeder andere, aber nicht in jeder Hinsicht. Er kam sehbehindert zur Welt. Das hindert ihn nicht daran, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen – er praktiziert verschiedene Sportarten, liest viel und hat sogar seine eigene besondere Art, Filme zu schauen. Aber sein kühnster Traum ist es, Bildhauer zu werden. Ist er bereit dafür zu kämpfen? Und ist die Gesellschaft für Leute wie Dennis bereit?


DAGA – Stories in Pictures

(deutsch: DAGA – Geschichten in Bildern) 77 Min, 2016, Regie: Maria Nikolova, Produktion: Penko Gelev & Sotir Gelev

Ein fesselnder Dokumentarfilm über das Lieblings-Comic-Magazin aus unserer Kindheit. Leonid Yovchev, ein bekannter bulgarischer Schauspieler, begibt sich auf der Suche nach der ersten Ausgabe. Der Film ist eine Studie eines kulturellen Phänomens – inmitten des Sozialismus. 1979 erscheint in Bulgarien eine Zeitschrift für westliche Einflüsse – die Comic-Kunst – „DAGA“ existiert über mehr als zehn Jahre und hat eine riesige Auflage – 300.000. Dies ist ein einzigartiges Comic-Magazin, bekannt nicht nur in Bulgarien, sondern im gesamten ehemaligen sowjetischen Block. Einige der Serien und Charaktere leben heute noch in den Köpfen der Leser und gestalten ihre Persönlichkeiten.


The Good Postman

(deutsch: Der gute Postbote), 80 min, 2016 Regie: Tonislav Hristov, Produktion: Making Movies Oy,
Soul Food See

Der Film verfolgt drei Wahlkampagnen in einem fast menschenleeren bulgarischen Dorf an der Grenze zur Türkei, das seit Jahrhunderten als „The Great Gate“ bekannt ist. Unter den Kandidaten für den Posten des Bürgermeisters ist der Briefträger Ivan, der sich einen unkonventionellen und großzügigen Plan einfallen lässt, um dem kleinen Örtchen neues Leben einzuhauchen. Seit den Zeiten des römischen und osmanischen Reiches sind Flüchtlinge durch dieses „Tor“ nach Europa gelangt. Warum also nicht den syrischen Flüchtlingen ein Zuhause und einen Neuanfang im leeren Dorf bieten?
Ivans Hauptgegner ist gegen die Idee, die Position des amtierenden Bürgermeisters ist noch unklar. In diesem tragikomischen Porträt eines verschlafenen Dorfes, das sich plötzlich im Zentrum aktueller Angelegenheiten befindet, treffen die Ängste und Sorgen der Dorfbewohner mit ihrer Hoffnung und ihrem Mitgefühl aufeinander.


Distancia

(deutsch: Distanz), 75 min, 2016, Regie: Albena Mihaylova, Produktion: Albena Mihaylova, point de view

Der Film spiegelt die politischen Ereignisse in Osteuropa um 1970 am Beispiel der Familie der Autorin. Nach dem Hoffnungsschimmer des Prager Frühlings wurden die «Andersdenkenden» vom Regime unterdrückt und verfolgt. Albenas Bruder Stilyan war erst 17 Jahre alt, als er sich am 30. Dezember 1972 das Leben nahm. In der Folge zerfiel die Familie zwischen Anschuldigungen und Schuldgefühlen. Der Vater, ein Funktionär des bulgarischen Regimes, ging den eingleisigen Weg des Vergessens. Die Mutter verfiel in Schweigen über 40 Jahren. Albena begann zu zeichnen, um den Schmerz über den Verlust ihres Bruders zu überwinden. Heute ist Albenas Mutter 89 Jahre alt und will sprechen. Bild für Bild begeben sich Mutter und Tochter auf eine Reise zwischen der Vergangenheit und der Realität, um den Tod ihres Angehörigen zu verarbeiten.


Good Morning, Captain

(deutsch: Guten Morgen, Kapitän) 64 Min, 2016, Regie: Jacky Stoev, Produktion: Jacky Stoev

Der Film begleitet unkommentiert “Genata”, den Frontman der legendären bulgarischen Band “Nonstop aus der Hafenstadt Burgas”. Seemann, Hafenleiter – und immer wieder im Zentrum des Geschehens. Eine schillernde Persönlichkeit, die gerne singt, tanzt und das Leben feiert. Der Film, so der Regisseur, ist der erste bulgarische “Doku-Musical”.


Premiere von Lapidarium am 20.11.2017 in ostpost Berlin

15. November 2017

Preisverleihung 2017

15. November 2017