Tschernobyl, alte Kader und die neue Zeit

Tschernobyl, alte Kader und die neue Zeit

Autor Georgi Tenev ist am 1. November in der Stadtbibliothek Leipzig zu Gast. Er liest aus seinem Roman „Parteipalast“ und spricht anschließend mit LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer über das Buch.

Leipzig
„Parteipalast“ von Georgi Tenev (49) heißt ein Roman, der sich mit dem Phänomen des Totalitarismus in der bulgarischen und der europäischen Geschichte beschäftigt. Die Handlung spielt in den 1980er und 1990er Jahren — der Zeit der Katastrophe von Tschernobyl und der Wende. Der Parteipalast war der Sitz des Zentralkomitees der Bulgarischen Kommunistischen Partei. Er ist Ort der Handlung und gleichzeitig Metapher für die Konzentration der Macht und des Geldes in den Händen von Parteieliten, die verzweifelt versuchen, ihre Herrschaft und ihre Privilegien in die neue Zeit zu retten. Der Hauptheld verstrickt sich aus Liebe zur Tochter eines Partei-Granden in die dubiosen finanziellen und politischen Machenschaften der (ex)kommunistischen Funktionäre. Auf einmal steht er im Mittelpunkt der politischen Dynamiken und vor zahlreichen moralischen Dilemmata und Entscheidungen…

Erstmals Übersetzung ins Deutsche
Autor Georgi Tenev, der als Regisseur, Produzent und Schriftsteller arbeitet, hat bisher fünf Romane, Erzählungen, Drehbücher und Theaterstücke veröffentlicht. „Parteipalast“, den Kritiker auch als „philosophischen Versuch über die Frage der historischen Erinnerung“ bezeichnen, liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung (eta Verlag Berlin) vor und wird von der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft Leipzig präsentiert.

Lesung mit Talkrunde
Georgi Tenev und die Übersetzerin Elvira Bormann-Nassonowa sind am Donnerstag, dem 1. November (18 bis 20 Uhr) in der Stadtbibliothek (Erdgeschoss) zu einer Lesung und Talkrunde zu Gast. Die Moderation übernimmt LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer.

Von lvz

 


Quelle: lvz.de

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