Premiere von Lapidarium am 20.11.2017 in ostpost Berlin

Premiere von Lapidarium am 20.11.2017 in ostpost Berlin

20.11.2017, 19 Uhr in ostpost berlin
Choriner Str. 84
10119 Berlin


Stein altert gut. Literatur auch. Und so ist das „Lapidarium“ des bulgarischen Dichters Georgi Gospodinov auch 25 Jahre nach seinem ersten Erscheinen eine frische Lektüre. „Literatur wie Herzflattern vom Leben in Worte gefasst.“ (Jean-Luc Nancy, Libération)
„Lapidarium“ ist 1992 erschienen und damit das erste Buch des heute weltliterarisch rezipierten bulgarischen Autors. Es stellt einen ersten Höhepunkt seines Schaffens dar. Seine Veröffentlichung als eigenständiger, von der Hamburger Künstlerin Gaby Bergmann durchgängig graphisch gestalteter Gedichtband verspricht neue Einblicke auch in die späteren Werke, insbesondere die Romane. Schließlich macht der Autor selbst deutlich, dass er die einzelnen Werke seines literarischen Schaffens als Komponenten eines übergreifenden Hypertexts begreift, dessen Motive – von der alltäglichen Fliege zum allgegenwärtigen Sonnenuntergang – immer wieder neu zusammenspielen.
Spielend den Stein zum Klingen bringt an diesem Abend der Berliner Kontra-Bassist Oliver Potratz, Gewinner des neuen deutschen Jazzpreis (2008, mit der Band „Klima Kalima“). Im musischen Gespräch mit der Künstlerin Gaby Bergmann, der Verlegerin Petya Lund und der Übersetzerin Henrike Schmidt.

Mehr zum Buch:
„Lapidarium“ ist poetische Alltagschronik und in Wort gehauene Sprachphilosophie. In knapp 50 lapidaren Gedichtminiaturen stellt der Autor Stationen menschlichen Lebens und Liebens aus, zwischen Plattenbausiedlung und Dorffriedhof, Tomatensoße und liebem Gott, Geburt und Tod. Darunter eingestreut sind kurze naturphilosophische Skizzen. „Lapidarium“ ist eine Vita in Versen. Die Kurz- und Kürzest-Gedichte sind den scheinbar banalen Ereignissen des normalen Lebens gewidmet. Gleichzeitig eröffnen sie eine unaufdringlich kosmische Dimension jenseits jeglicher Esoterik, wenn etwa eine Träne in den Himmel fällt und die Milchstraße sauer werden lässt.
Die Künstlerin arbeitet mit den Bildern und Metaphern der Gedichte, den für das Gospodinovsche Oeuvre emblematischen Insekten etwa. In Schriftbildern präpariert sie die Textur der Gedichte heraus, ritzt und meißelt ins Papier, in stetem Wechsel zwischen lateinischem und kyrillischem Alphabet.

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