Kooperationen
MOST-BRÜCKE
Das Projekt Most-Brucke markiert den Auftakt eines langfristigen Vorhabens von Kontrast, das darauf abzielt, regionale Autor*innen aus ganz Europa gezielt zu fördern. Im Rahmen des Projekts werden elf Werke serbischer, bosnischer und kroatischer Schriftsteller*innen ins Deutsche übersetzt, während zehn Werke deutscher und österreichischer Autor*innen eine serbische Übersetzung erhalten. Literatur – und insbesondere literarische Übersetzungen – dient oft als Brücke zwischen Kulturen, worauf auch der Projektname anspielt, der sowohl das serbische als auch das deutsche Wort für „Brücke“ vereint.
Durch die Zusammenarbeit zwischen Kontrast Publishing (RS) und dem eta Verlag (DE) entstehen vielfältige Synergien. Zentrale Ergebnisse des Projekts sind die Übersetzung, Veröffentlichung und gezielte Förderung von insgesamt 21 literarischen Werken in vier europäischen Sprachen. Darüber hinaus umfasst das Vorhaben die Publikumsentwicklung, die Erprobung neuer Geschäftsmodelle sowie die Stärkung regionaler Autor:innen auf internationalen Märkten. Die Verbreitung der Werke erfolgt über Buchhandlungen, Online-Plattformen, Buchmessen und Literaturfestivals, begleitet von umfassenden Werbemaßnahmen. Zudem schafft das Projekt neue Kooperationen in allen Bereichen des Verlagswesens und trägt nachhaltig zur kulturellen Vernetzung bei.
Übersetzt von Maša Dabić
Heidelberg ist eine Metapher für eine Stadt, die einem Labyrinth ähnelt – mit vielen Wegen hinein, aber keinem Druck, einen Ausgang zu finden. Die Gedichtsammlung von Silvana Marijanović bietet den Lesenden eine ganz eigene, persönliche Weise ihre Schönheit zu erleben.
– Marija M. Bulatović
Übersetzt aus dem Serbischen von Elvira Veselinović
Der Titel des Romans ist von einer Dichotomie geprägt: Das Schicksal ist ein Konzept, das an die Handlung eines klassischen historischen Romans erinnert, die Anmerkungen als Zeichen der Autopoetik verleihen Petkovićs Werk eine deutlich postmoderne Dimension.
- Jelena Žerajić
Übersetzt aus dem Serbischen von Marie Alpermann
Eine außergewöhnlich geschickt erzählte, zeitlose Geschichte. Ein Roman, der große Aufmerksamkeit verdient.
Srđan Orsić
Übersetzt aus dem Serbischen von Ivana Pajić
In Warme Pflanzen erleben der lyrische Held und seine Partnerin eine ganze Palette an Gefühlen der Melancholie und Leere – charakteristisch für die Zeit nach einer revolutionären gesellschaftlichen Entleerung, wobei hier allerdings keinerlei tatsächliche Revolution stattgefunden hat. Vielmehr ließe sich sagen: Es vollzieht sich eine innere Revolution, bei der die Liebe der Gegenwart an die Stelle einer utopischen Zukunft tritt.
– Marjan Čakarević
Übersetzt aus dem Bosnischen von Mirjana und Klaus Wittmann
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass die Figuren mir Dinge erzählen, die sie niemandem erzählen können – aus Angst, von den Ohren des Patriarchats gehört zu werden, die sie umzingeln. Es sind keine Disney-Prinzessinnen, die auf ihren Prinzen warten.
– Mirko Božić
Übersetzt aus dem Serbischen von Masa Dabić
Nichts gehört niemandem eröffnet der Leserschaft schon auf den ersten Seiten alternative Räume, in denen Bücher als Möglichkeit und als Zufluchtsort existieren, und wo sie häufig gerade von jenen Menschen, die selbst nicht dem Lesen zugeneigt sind, davor bewahrt werden, der Vergessenheit anheimzufallen. Gut zu wissen, dass für jemanden das Buch noch immer ein heiliger Raum ist, und es ist gut, dass aus einer solchen Fülle aus Geschichten über Bücher außerordentliche Literatur entstehen kann.
– Miroljub Stojanović
Übersetzt aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann
In ihrem Buch mit faszinierenden, einfallsreichen Geschichten aus dem menschlichen Alltag […] zielt Ana Marija Grbić darauf ab, das Erhabene, das Tragische, das Groteske, das Komische – das Lachen, bis die Tränen kommen – im Gewöhnlichen zu sehen, und schwelgt in einer fast karnevalesken Zügellosigkeit der Sprache.
— Mihajlo Pantić, Schriftsteller
Übersetzt aus dem Serbischen von Marie Alpermann
Ratković gelingt es, den berühmten Bad-Girl-Archetypus zu dekonstruieren, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Das Ergebnis ist ein gewagter, manchmal heftiger Roman, der die Wahrheit aufdeckt, die jeder Frau unter der Oberfläche zusetzt und die in Worte zu fassen wir Leser*innen vielleicht nicht mutig genug sind. Zum Glück sind wir neugierig genug, die Wahrheit zu lesen.
– Anja Paspalj, Kulturredakteurin der Zeitschrift Elle
Übersetzt aus dem Serbischen von Jelena Dabić
Man muss sich über eine Vermutung im Klaren sein, die der Gedichtband Gastfreundschaften zum Ausdruck bringt: Die Gräber waren immer schon leere Gruben, in die niemals Leichen gelegt wurden, sondern tote Hoffnungen, Ideen und Ideale. Doch das sind keine Hoffnungen, Ideen und Ideale von Toten, sondern von uns Lebenden. Unser voyeuristischer Wunsch, einen Blick in den Hof des jenseitigen Lebens zu werfen, erfährt seine Erfüllung durch einen unerwarteten Einblick in unser jetziges Dasein […]. Denn warum sollten wir erst auf den Tod warten, damit er unsere Wahrnehmung des Lebens verändert?
– Danilo Lučić, Lyriker
Übersetzt aus dem Kroatischen von Ivana Pajić
Eine Lyriksammlung, die auf humanistischen und pazifistischen Werten beruht und gleichzeitig ökologische, feministische, wissenschaftliche, anthropologische und mythologische Aspekte miteinander verwebt – und zwar im Körper.
– Kruno Lokotar
Erscheinungsdatum: 15.03.2025
In den Prosatexten von Danilo Lučić reifen Blessuren heran – einige unter der Haut der Intimität verborgen, andere als Ergebnis verschiedener Formen sozialer Unterdrückung und historischer Gewalt. Unverhohlen sozial engagiert sowie offen für Einflüsse von Popkultur und Genre-Transformationen schildert der Band ein ganzes Spektrum von Außenseitern und traumatischen Erfahrungen und erinnert uns daran, dass das menschliche Gesicht oft auch ein Gesicht des Schmerzes ist.
— Goran Korunovi